Die LOW-CARB Diät - wann ist sie sinnvoll, wann schädlich?

Die Low-Carb-Diät ist in aller Munde. Kurz gesagt geht es darum, weniger Kohlenhydrate zu essen und dafür mehr eiweiß- oder fetthaltige Nahrungsmittel. Das Ziel ist zumeist die Gewichtsreduktion oder auch die Balance des Blutzuckerspiegels. Um von dieser Diät nachhaltig zu profitieren, braucht es jedoch Hintergrundwissen. Ansonsten kann es zu massiven Beschwerden kommen.

 

Worum geht es im Detail?

Das Ziel der Diät ist es, kohlenhydrathaltige Lebensmittel drastisch zu reduzieren und stattdessen mehr eiweiß- und fetthaltige Lebensmittel zu sich zu nehmen. Dies ist allerdings eine sehr oberflächliche Herangehensweise. Denn genaugenommen braucht es lediglich eine Reduzierung der schnell verfügbaren Kohlenhydrate, wie sie in Weißmehrerzeugnissen oder industriell gefertigten Süßigkeiten und Süßungsmitteln vorkommen.

Der vermehrte Verzehr von Eiweiß und Fett kann hingegen Probleme bereiten. Dazu gleich mehr.

 

Vermeiden sollte man also

  • Industriezucker aller Art, wie weißen und braunen Zucker aus der Zuckerrübe (der ist in unseren Breiten standard)
  • Kandiszucker, Puderzucker, Traubenzucker, etc.
  • Süßigkeiten, denen diese Zuckerarten zugesetzt sind
  • Auszugsmehle, also Nicht-Vollkornmehle und Produkte daraus (die Kennzahl des Mehles zeigt an, dass es kein Vollkornmehl ist, wie z.B. 630, 812 oder 1050).

Zuckerarten und kohlenhydrathaltige Nahrungsmittel, die langsamer ins Blut übergehen sind und den Stoffwechsel weniger bis gar nicht belasten

  • Rohrohrzucker (aus Zuckerrohr)
  • Zuckerrohrsaft  (eine wahre Vitalstoffbombe, urgesund!)
  • Honig (bitte nicht über 40°C erhitzen!)
  • Ahornsirup
  • Dattelsirup
  • Reissirup
  • Agavendicksaft
  • Vollkornprodukte und -mehle, v.a. Dinkel, Roggen, Gerste, (Ur-) Weizen. Auch die Pseudogetreide sind günstig, wie Buchweizen, Hirse, Quinoa oder Amaranth. Maismehl ist weniger gut geeignet.
  • Obst und Trockenfrüchte
  • Süße Gemüse, wie Süßkartoffeln oder Kürbis.

Aber bitte auch hier nicht übertreiben, denn auch die Gesamtmenge an Zucker spielt eine Rolle.


Wichtig: Kohlenhydrate dienen der kurzfristigen Sättigung, machen also schnell wieder hungrig. Für die mittel- und langfristige Sättigung brauchen wir zusätzlich Eiweiße und Fette.

 

Nun zum Eiweiß

Stark eiweißhaltige Nahrungsmittel sind Fleisch, Fisch, Milchprodukte und Eier sowie Hülsenfrüchte und grüne Blattgemüse.

Während der Mensch größere Mengen an kohlenhydrathaltigen Nahrungsmitteln zumeist leicht verdauen kann, hat die Verwertung von Eiweiß eine natürliche Grenze. Eiweiß sättigt deutlich schneller und ist zudem aufwändiger zu verstoffwechseln. Die Fähigkeit, Eiweiß zu verdauen, steht und fällt mit der zur Verfügung stehenden Menge an (Eiweiß verdauenden) Enzymen, den Proteasen. Ist die Produktionsmenge der Proteasen (in der Bauschspeicheldrüse) eingeschränkt, was im Laufe des Alterungsprozesses bei vielen Menschen der Fall ist, kann Eiweiß nicht mehr vollständig verdaut werden.
Aber auch auch bei jungen Menschen werden die Proteasen reduziert, wenn sie zu viele eiweißhaltige Nahrungsmittel essen!
Bevor es aber zu Verdauungsproblemen kommt, wird zunächst die Entzündungsregulation des Körpers reduziert.
Denn auch dafür braucht der Körper die Proteasen!!!

 

Deshalb macht es keinen Sinn, Kohlenhydrate zu vermeiden und überwiegend eiweißhaltige Nahrungsmittel zu verzehren. Die Reaktion des Körpers könnte eine Entwicklung von leichten oder sogar gravierenden Entzündungen sein, bis hin zu chronischen Erkrankungen und Autoimmunerkrankungen!

 

Wichtig: Pflanzliche eiweißhaltige Lebensmittel werden zumeist leichter verdaut, als Eiweiß tierischer Quellen. Aber auch hier sollte man nicht übertreiben.

 

Produktkunde "Low-Carb Produkte"

Beim Einkaufen von Low-Carb-Produkten liegt die Tücke liegt oft im Detail. Viele Produkte werden als gesundheitsfördernd angepriesen, bergen aber gewisse Risiken. Hier einige Beispiele:

  • Eiweiß-Brote: Hier werden normale Brote mit extra Eiweiß angereichert. Das Problem: es wird in vielen Fällen Gluten zugegeben, so genanntes Klebereiweiß. Dies ist ein minderwertiges Eiweiß, das bei vielen Menschen zu einer Unverträglichkeit führt. Als gute Alternative sind die so genannten "Saatenbrote" geeignet, die fett- und eiweißhaltig sind.
  • Vegane Würste, Wurst- und Fleischprodukte: Als Grundsubstanz wird auch hier häufig Gluten genutzt. Wenn man die Gefahr einer Unverträglichkeitsreaktion vermeiden will, sollten andere Rohstoffe bevorzugt werden, wie Eiweiß aus Hülsenfrüchten (Linsen, Erbsen, Kichererbsen) oder von der Lupine. Hier gibt es eine große Auswahl in Bioläden und mittlerweile auch in Supermärkten.

Fazit

Für eine blutzucker- und figurfreundliche Ernährung sollten Produkte mit langsam verfügbaren Kohlenhydraten bevorzugt werden. Eiweißhaltige Nahrungsmittel sollten einen in etwa gleich hohen Anteil haben (ausgenommen einige spezielle Stoffwechseltypen*) und bevorzugt pflanzliches Eiweiß enthalten. Fetthaltige Speisen sollten max. 20% Anteil am Speisenplan haben.

 

 

   Praxis für Ganzheitliche Heilung

   Ina Gutsch
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